Geschichte des Visurgen-Shantychors

Wie alles begann mit dem Visurgen-Shantychor….

Gründung nautische Kameradschaft „Visurgis“

Die nautische Kameradschaft „Visurgis“(lat.: Weser) wurde am 11.02.1904 gegründet. Sie hat sich der Aufgabe gestellt, ein immerwährendes Bindeglied zwischen der Seefahrtschule Elsfleth (heute: Fachbereich Seefahrt der Fachhochschule Oldenburg/Wilhelmshaven) und deren Studierenden einerseits und den zur See fahrenden oder in einer Landstellung beschätigten „Ehemaligen“ andererseits zu sein. Die nautische Kameradschaft dient der Pflege des Berufsstandes und der Förderung der Kameradschaft unter den Mitgliedern. Sie sucht Bürgernähe und lädt alle interessierten Freunde der Seefahrt zu sich. Treffpunkt der Visurgis ist das Hotel „Zur Kogge“ in Elsfleth mit seinem „Fuchsenkeller“.

Gründung Visurgen-Shantychor 1976

Am 21.10.1976, anläßlich einer „Burschung“ der Visurgen, wurde die Idee einer Neugründung eines Shanty-Chores vom neuen 1. Vorsitzenden, H. W. Janssen, vorgetragen und ein erstes Zusammentreffen für den 15.11.1976 anberaumt. Es sollten sich alle Visurgen, ungeachtet ihres Status‘ beteiligen können. Zur Gründung trafen sich 7 alte Herren und 5 Burschen. Der 1. Vorsitzende war Horst Werner Janssen, zum Chorleiter wurde Helmut Arends gewählt. Unter Begleitung eines Akkordeons wurden zuerst die beiden Klassiker „Hamburger Veermaster“ und „Magellan/Rolling Home“ einstudiert.

Die ersten 25 Jahre

Seitdem traf sich der Shantychor einmal wöchentlich Montags zur Probe, die ersten Jahre im „Fuchsenkeller“ der Kogge. Weiteres Liedgut wurde gesammelt, die notwendigen Noten besorgt, neue Mitglieder kamen hinzu und es wurde fleißig geübt. Die anstehende Patentverleihung in der Seefahrtschule am 01.02.1978 gab Gelegenheit für den ersten Auftritt. Es wurde schnell zur ständigen Einrichtung, dass der Chor bei allen Patentverleihungen, feierlichen Seefahrtschul- und Visurgis-Festen die musikalische Untermalung übernahm.

Bald boten auch die Veranstaltungen der drei maritimen Vereine Elsfleths (Nautischer Verein Niedersachsen e. V., NK. Visurgis e. V., Schulschiffverein „Großherzogin Elisabeth“ e. V.) mit dem Traditionellen Heringsessen im Frühjahr sowie dem Nautischen Essen im Spätherbst Auftrittsmöglichkeit für den Elsflether Shantychor. Später kamen noch Sängerwettstreite, Jubiläen, Hafenkonzerte, Radiosendungen „Grüße aus dem Heimathafen“, Windjammertreffen und Stadtfeste hinzu.

Mit dem ersten Anlaufen des neuen Elsflether Segelschulschiffs „Großherzogin Elisabeth“ am 14.03.1982 in ihrem neuen Heimathafen fand der Shantychor auch den richtigen seemännischen Hintergrund. Zur Taufe der „Lissi“ sang der Shantychor das Lied „Weiß ist das Schiff, das wir lieben“ (Gorch-Fock-Lied).

25jähriges Jubiläum 2001

Ein herausragendes Ereignis in Elsfleth war der 30. Deutsche Seeschifffahrtstag vom 10. – 13. Mai 2001. Hier traf sich alles, was Rang und Namen in der Seeschifffahrt hatte. Der prachtvolle Anblick der „Großherzogin Elisabeth“ und anderen Schiffen war ein Augenschmaus für die vielen Gäste an der Kaje. Während des festlichen Empfangs des Deutschen Nautischen Vereins sang der Visurgen-Shantychor sowie anschließend beim Schifffahrtsessen. Auch die Einweihung des Schiffssimulators in der Seefahrtschule wurde musikalisch untermalt.

In diesem Jahr 2001 feierte der Elsflether Visurgen-Shantychor auch sein 25jähriges Jubiläum. Anläßlich dieses Jubiläums hat das Chormitglied Kapt. Eik F. F. Reher das Buch „Der Elsflether Visurgen-Shantychor“ herausgebracht, gesponsored vom Gründer H. W. Janssen und seiner Reederei.

40jähriges Jubiläum am 21.10.2016

Zum 40jährigen Jubiläum hat sich der Shantychor auf eine musikalische Reise rund um die Welt, von Liverpool nach Hong Kong mit der Bark „Hannah“ gemacht, präsentiert vom Kulturverein Elsfleth. Der Chor ist dabei musikalisch und schauspielerisch in die Arbeitswelt der Seeleute eingetaucht. Unter dem Motto „Die Reise“ haben die Sänger ihr Publikum in der Aula der Seefahrtschule in Elsfleth mit in eine Zeit genommen, in der der Anker noch von Hand gehievt wurde und jeder mit Hand anlegen musste, wenn die Segel gesetzt wurden oder die Schiffe zum Be- und Entladen im Hafen anlegten.

Um die harte Arbeit zu erleichtern, sangen die Matrosen Arbeitslieder, meist in englischer Sprache, sie sogenannten Shanties. Dieses authentische Shantykonzert mitsamt der maritim ausgestatteten Bühne mit Segel, Mast und historischen Filmsequenzen und Moderation hat nicht nur dem Publikum viel Spass gemacht, sondern auch den Beteiligten, die diese „Reise“ gerne wiederholen möchten!